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Ins Land des Lächelns - Mainpost/Daily X 18.08.2007

Ins Land des Lächelns

Ich bin Theresa und werde das nächste Jahr statt in Dürrfeld, einem Dorf bei Schweinfurt mit etwa 450 Einwohnern, in Guangzhou verbringen. Das ist eine Stadt im Süden von China mit 10 Millionen Einwohnern. Dort werde ich zur Schule gehen. Ich bin 16. Für daily X werde ich regelmäßig von meinen Erlebnissen in China berichten.

Ich fliege am 23. August. Meine Vorbereitungen für das Abenteuer Auslandsaufenthalt haben aber schon vor etwa einem Jahr begonnen. Auf der Suche nach einer Organisation empfahlen mir meine Lehrer vom Schweinfurter Celtis-Gymnasium den American Field Service (AFS). Ich habe mich dort im Herbst beworben - und eine Einladung zu einem Auswahl-Wochenende bekommen.

Ihr werdet es nicht glauben, aber dort riss man sich sogar um Aufgaben wie Putzen und Küchendienst! So viele nette, höfliche, ja geradezu perfekte Jugendliche habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Ich hatte große Zweifel, ob ich einen Platz bei der Organisation bekommen würde. Doch es hat geklappt.

Die Organisation machte mich auch auf das Angebot des Bayerischen Kulturfonds aufmerksam, der Austauschprogramme mit China fördert. Nach einer erneuten Bewerbung, einem noch strengeren Auswahlverfahren und langem Warten erfuhr ich, dass ich es geschafft hatte, mich gegen etwa 30 andere Bewerber aus Bayern durchzusetzen. Ich bekam ein Teil-Stipendium, um als Botschafterin Bayerns in einer chinesischen Familie zu leben.

Um mich auf China vorzubereiten, musste ich drei Seminare von AFS absolvieren. Chinesisch habe ich zwei Jahre lang als Wahlfach an meiner Schule gelernt. Doch meine Kenntnisse sind noch gering. Chinesisch ist schwer zu lernen, denn es ist dem Deutschen sehr fremd. Doch gerade deshalb fasziniert mich China. Seine Kultur unterscheidet sich so sehr von der unseren, dass man sie nicht begreifen kann – außer wenn man längere Zeit dort lebt.

Seit einigen Wochen mache ich Arztbesuche, um sie in China zu vermeiden, und kaufe Gastgeschenke und andere Dinge ein, von denen ich bei den Vorbereitungswochenenden erfahren habe, dass sie in China teuer oder nicht zu bekommen sind. Die Chinesen benutzen zum Beispiel kein Deo, da sie beim Schwitzen keine Körpergerüche abgeben - hat man mir erzählt.

Vor Kurzem habe ich erfahren, wer meine Gastfamilie ist und in welcher Stadt ich leben werde. Ich werde mein Auslandsjahr in Guangzhou, einer Stadt mit 10 Millionen Einwohnern im Süden von China, mit einer gleichaltrigen Gastschwester verbringen. Mein Gastvater ist Lehrer an der Schule, die ich besuchen werde, meine Gastmutter ist Managerin. Wir schreiben uns schon E-Mails. Ich bin gespannt auf die andere Kultur und die Fettnäpfchen, in die ich sicherlich treten werde! Ihr auch? – Ich werde euch regelmäßig davon in der Kolumne "Theresa in China" berichten.