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Leguan schmeckt wie Hühnchen - Mainpost 28.08.2007

"Land und Leute kennen zu lernen, ist schon sehr interessant." Das Leben in Guatemala war allerdings ganz anders, als Jakob Schmid es sich vorher gedacht hatte. Elf Monate verbrachte der Schüler bei einer Gastfamilie in der Hafenstadt Puerto Barrios an der Karibikküste. 

Jakobs Gastfamilie bestand aus den Gasteltern sowie deren vier Kindern. Er wurde sofort wie ein eigenes Kind behandelt. Richtig bewusst wurde ihm das, als sie ihn in eines ihrer fünf Schuhgeschäfte mitnahmen. An die Kasse durften dort nämlich nur Familienmitglieder, zu denen er natürlich auch zählte.

Die Schule war ganz anders als in Deutschland. Der Unterricht beginnt erst am Nachmittag. Verblüfft war der junge Prosselsheimer angesichts der Zustände dort. Nicht nur, dass während des Unterrichts das Telefonieren erlaubt ist, auch mit der Autorität der Lehrer war es nicht weit her. Jakob findet: "Es ist sehr erstaunlich, wie gering das Interesse an Bildung bei den Schülern ist."

Gewöhnen musste er sich erst einmal an das Essen: zum Frühstück schwarze Bohnen mit Ei, mittags Fleisch und Tortillas, zum Nachtisch Schokobananen. Da die Oberschicht gerne jagen geht, kam einmal auch ein Leguan auf den Tisch. "Schmeckte wie Hühnchen," meint Jakob dazu. Nur eines von zahlreichen kulinarischen "Erlebnissen", wie er erzählt. Auch Stierhoden habe er "wenigstens probiert".

Ganz schön herumgekommen ist er auch: Guatemala City, die alte Mayastadt Tikal mitten im Dschungel und der Atitlansee mit seinen drei Vulkanen waren nur einige Ausflugsziele. Besonders angetan hat es ihm die exotische Pflanzen- und Tierwelt.

Jakob Schmid meint: "Durch die Zeit in Guatemala hat sich mein Weltbild grundlegend verändert." Erschüttert hat ihn das Leben der armen Guatemalteken, das er durch die Arbeit in einem Waisenhaus kennenlernte. Generell findet der junge Weltreisende, dass er sich im Ausland ganz gut zurechtgefunden hat. "Nach etwa einem Monat konnte ich die Sprache gut verstehen. Heute spreche ich fließend Spanisch, das ist kein Problem mehr für mich."

Seine Freunde in Guatemala möchte Jakob so bald wie möglich wiedersehen. "Die Zeit mit ihnen werde ich nie vergessen", meint er dankbar.

Jakob Schmid