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Einmal China und zurück - Mainpost/Daily X 16.07.2008

Mein Jahr in China ist vorbei und seit zwei Wochen bin ich wieder in Dürrfeld (Lkr. Schweinfurt). Vor kurzem lebte ich noch das chinesische Leben, an das ich mich gewöhnt hatte und das in gewisser Weise normal für mich war. Jetzt muss ich mich wieder an das gewöhnen, was früher normal war. Dass das schneller geht, als sich an China zu gewöhnen, ist keine Frage. Aber ich weiß jetzt vieles besser zu schätzen. Nach all dem "Kuddelmuddel" in China fällt mir erst auf, wie sauber, ordentlich und geregelt hier alles ist.

Am Ende meines Aufenthaltes gab es viele wehmütige Abschiede. Zuerst von meiner Gastfamilie, von Freunden und Lehrern. Am Ende fuhren wir zum Abschlusscamp nach Peking. Da hieß es Abschied nehmen von Freunden aus aller Welt, die mit mir zusammen Höhen und Tiefen durchgemacht haben. Nach dem zehnstündigen Heimflug hat mich meine Familie in Frankfurt schon sehnsüchtig erwartet. Das Wiedersehen war schön. Aber die Rückkehr hat mir auch ein paar Dinge klar gemacht.

Irgendwie fühlt es sich seltsam an, zu sehen, dass hier alles seinen normalen Gang gegangen ist, während ich das aufregendste Jahr meines bisherigen Lebens verbrachte. Ein Jahr China hat mich sehr geprägt. Die vielen neuen Erfahrungen haben mich verändert. Sich erstmal nicht verständigen zu können, zeigte mir, wie wichtig Kommunikation für den Menschen ist. Außerdem lernte ich sehr viel über mich selbst – sowohl über meinen Körper, als auch über mein Wesen. Ich wurde selbstständiger, erwachsener und selbstbewusster. Vieles brachte mich zum Nachdenken, weil ich es auch durch chinesische Augen sah – zum Beispiel der Tibetkonflikt. Auch was ich als wichtig im Leben erachte, hat sich verändert. Mir wurde bewusst, dass ich meinen Weg im Leben alleine finden muss und nicht anderen hinterherlaufen kann.

Natürlich erfuhr ich auch viel über Chinas Gesellschaft, die Denk- und Lebensweise der Chinesen. Ich kann verstehen, dass jemand, der nach China kommt, um zu arbeiten oder zu reisen, möglichst schnell wieder weg will. Doch sobald man Kontakte knüpft und sich in die Kultur einfühlt, merkt man, was hinter diesem Land alles steckt.

Nächstes Jahr komme ich in die Kollegstufe und habe nun einiges nachzuholen. Nach dem Abitur will ich wieder nach China gehen. Ob als Tourist oder für längere Zeit, das ist noch offen. Ich möchte den Kontakt nicht verlieren. Daher hoffe ich, dass ich auch etwas studieren kann, das einen Bezug zu China hat. Aber genaue Pläne habe ich noch nicht. Das wird die Zukunft zeigen. . .

Die 17-jährige Theresa Krause hat für daily X regelmäßig in der Kolumne "Theresa in China" über ihr Auslandsjahr berichtet.