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Voraussetzung: Ein eigenes Bett und kulturelle Offenheit

Voraussetzung: Ein eigenes Bett und kulturelle Offenheit

"Unvergessliche Erfahrungen": Dagmar Menna organisiert im Raum Haßfurt das Schüleraustauschprogramm AFS

Santiago (links) und sein Freund Juan-Camilo aus Kolumbien besuchten über die Weihnachtsfeiertage ihre Gastfamilie
 Menna in Haßfurt.. FOTO: REUTHER

HASSBERGKREIS (CR) Immer mehr Jugendliche sind an Auslandserfahrungen interessiert. Sei es im Rahmen eines Schüleraustauschs mit gegenseitigem  Besuch von Schülergruppen. Oder man findet für die Dauer des Auslandaufenthalts eine Gastfamilie, bei der man ein halbes oder ganzes Jahr  bleiben kann.
 So praktizierte es die Familie Menna aus Haßfurt. Dagmar Menna wurde durch einen Zeitungsartikel aufmerksam auf das Austauschprogramm des American Field Service (AFS). Nachdem die eigenen Kinder Milena und Nikolai auf einem guten Weg waren, entschieden sie und Ehemann Roland vor vier Jahren, ein Gastkind aufzunehmen.
 Geprägt von positiven Erfahrungen arbeitet Dagmar Menna nun in der Öffentlichkeitsarbeit  für das Austauschprogramm für den Raum Haßberge aktiv mit. "Einen Schüler aus einem anderen Land aufzunehmen brachte unserer Familie unvergessliche Erfahrungen", erzählt die 44-Jährige. Von gemeinsamen Erlebnissen mit Santiago aus Kolumbien erzählt sie, der als erstes Gastkind ein Jahr in ihrer Familie verbrachte. Es ging damals alles schnell, erinnert sich Menna. Da sie Überraschungen liebt, standen sich innerhalb von zwei Wochen Gastkind und Gastfamilie gegenüber.
 Santiago hatte als 18-Jähriger im Jahr 2008 ganz normal am deutschen Schulalltag teilgenommen. "Der Besuch an einer Schule in Haßfurt war Pflichtprogramm", erzählt Menna. Nicht nur Kultur und die Familie des Gastkindes lernten die Mennas in dieser Zeit besser kennen, sondern auch die eigene Region. Die Gastfamilie sei keinesfalls verpflichtet, Ausflüge zu unternehmen, "aber man möchte die deutsche Kultur näher bringen".
 Bereits nach einer Woche hatte die Pflegehilfskraft gemerkt: "Santiago ist unser drittes Kind". So war in dieser Zeit im Hause Menna immer etwas geboten, der ganz normale Alltag halt mit Höhen und Tiefen. Santiago sog alles Neue auf wie ein Schwamm und sprach bald nahezu perfekt Deutsch. Der junge Kolumbianer genoss die Zeit in Haßfurt und knüpfte viele Freundschaften. Dabei sprach er von einem "anderen" Leben als bei sich zu Hause, das viel freier im Denken und viel toleranter sei.

"Er war einfach eine Bereicherung für unser Leben", sagt die Gastmutter. Aber ein Jahr geht viel zu schnell vorbei und so war der Trennungsschmerz groß. Der Kontakt ist auch nach vier Jahren noch intensiv, wie die Gastmutter bestätigt. Die Verbindung ist so innig, dass Santiago nach seinem Auslandsaufenthalt in Deutschland seine Gastfamilie bereits zweimal besuchte. Einmal mit seiner Mutter, und das letzte Mal verbrachte er mit seinem Freund Juan-Camilo die Weihnachten und den Jahreswechsel 2011/2012 in Haßfurt. Wer selbst solche Erfahrungen machen will, dem empfiehlt Dagmar Menna die Aufnahme eines Gastschülers. "Ein eigenes Bett zum Schlafen und Offenheit für verschiedene Kulturen sind einzige Voraussetzungen", erzählt sie. Hilfe gibt es seitens der Organisation. Vom finanziellen Aufwand sei es keine allzu große Belastung, wie Menna betont. Taschengeld gibt es von den eigenen
 Eltern und Flug und Versicherung läuft über die Organisation.

Dagmar Menna ist Ansprechpartnerin für den Raum Haßberge. Die Gastfamilie muss nicht aus Haßfurt sein, es werden auch Familien auf dem Lande vermittelt. Auch für Auslandsaufenthalte von deutschen Jugendlichen ist sie Kontaktperson:

Dagmar Menna, Haßfurt,
 Tel. 09521/7229,
 email: menna.d@hotmail.de.