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MainPost, 7.7.2011

KÜRNACH

Abschied von den Gastkindern auf Zeit

Austauschschüler fahren wieder heim – Nach einem Jahr in Unterfranken

Im Katholischen Pfarrzentrum in Kürnach trafen sich zum letzten Mal, organisiert vom Komitee Würzburg der Austausch-Organisation AFS Interkulturelle Begegnungen, Claire aus Frankreich, Sonja aus Finnland, Isidora aus Chile, Milena aus Italien, Xinyue aus China, Markus aus Finnland, José aus Mexico, Hannelie aus USA und Wassa auch Thailand (Es fehlten Tainkei aus China, Elita aus Lettland und Marie aus Tschechien).

Nach einem Jahr in Unterfranken hieß es nun Abschied nehmen, was den Gastfamilien und ihren "Kindern" auf Zeit schwer fiel. Was jedoch für immer bleibt, ist ein unvergessliches Jahr mit vielen ungewöhnlichen Eindrücken, neuen Freundschaften und eine dazugewonnene Familie in Deutschland.

Kontakt: Wer einen Gastschüler für ein Jahr aufnehmen möchte: Ansprechpartner Monika Vogel: Tel. (0 93 67) 98 79 91.

Weitere Infos: www.wuerzburg.afser.de

 

 

Alle profitieren von einem Gastschüler - Schweinfurter Tagblatt 03.04.2009

SCHONUNGEN/SCHWEINFURT

Yihan Ren ist der dritte Gastschüler im Haus der Familie Bubser/König im Schonunger Ortsteil Hausen. Nach Tithipat aus Thailand und Ely aus Malaysia wieder ein Asiate. "Das ist Zufall", lacht Heike König. "Wenn es beim ersten Austauschschüler Probleme gegebenhätte, hätten wir nicht weitergemacht."

Wie läuft es mit dem 17-jährigen Chinesen aus der 700 000-Einwohner-Stadt
Tongling? "Mit denMädchen hat er schon manchmal Probleme, aber alles andere wäre nicht normal"“, sagt Heike König. Die Mädchen, das sind die Töchter Lea (14), Hanna (15) und Laura (11). Den seltenen Ärger hat der Gastschüler meist mit demNesthäkchen. ZumBeispiel in Sachen Badezimmer oder Internet-Nutzung. Aber wie gesagt: Streit unter Geschwistern ist normal.


Yihan ist Einzelkind. Sein Vater, Regierungsbeamter in der vier Autostunden
von Shanghai entfernten Stadt, und die Mutter, Lehrerin, unterstützen seinen Auslandswunsch. Über die weltweit größte Austauschorganisation "AFS Interkulturelle Begegnungen" landet er in Waldkraiburg. Nach vier Wochen
dort nimmt die Familie aus Hausen den Chinesen ohne Deutschkenntnisse
für den Rest des Jahres auf. Weil zwei Mädchen Rathenau-
Schülerinnen sind, ermöglicht das Gymnasium auch demGastkind den
Besuch. Yihan absolviert einen Deutsch-Crash-Kurs an der Vhs, die
Schule bietet einen Zusatz-Deutschkurs an. Jeden Tag wird das Verständnis
"fürs schwere Deutsch" besser. Der Schüler der 11a findet Freunde. "Jonathan und Daniel sind meine besten Kumpels", obwohl das Rathenau als Patenschule derzeit einige Chinesen besuchen. Außerhalb der Schule trifft man sich zumStadtbummel, zum Badmintonspiel oder im Zuhause der Schulkameraden.
Yihan meistert das Heimweh, das alle Gastschüler in der Regel um Weihnachten erfasst. Mittlerweile, auch das ist typisch, ist es genau umgekehrt: Er weiß, dass er im Juli die Koffer packen muss und würde die Zeit am liebsten anhalten. „Ich bin noch gerne hier“, sagt er. Yihan gefällt es gut in Schweinfurt und Umgebung. Mit den Schwestern kommt er klar, von den Eltern lernt und erfährt er viel. Er nennt sie Papa undMama –"Weil das meine Familie ist". Lieblingsessen? "Bratwurst". Mit anderen AFS-Gastschülernhat er im Herbst das Oktoberfest in München besucht. Er nennt es "ein bisschen verrückt". "Papa" Michael Bubser verrät, dass der junge Chinese nicht der letzte Gastschüler der Hausener Familie sein wird. Warum? Alle profitierten davon, dieKinder imBesonderen, sagen die Eheleute. Sie lernten Rücksichtnahme, seien offener Neuem
gegenüber, erfahren viel über eine andere Kultur, andere Denkweisen. Zu den bisherigen Gastschülern bestehe zudem weiter guter Kontakt. Der 17-jährige Chinese wird nach der Rückkehr das Abitur machen und ganz schnell zurückkehrennach Deutschland. Sein Plan: Deutschstudium. Ein Besuch seiner "Familie" wird dazu gehören, "ich bin doch hier glücklich und zufrieden", sagt er
und verrät auch, was ihm imponiert: "Die Pünktlichkeit der Deutschen".

AFS geht davon aus, dass die Zahl der Gastschüler wachsen wird. Deshalb sucht die Organisation bereits jetzt Familien, die zehn Monate lang einen ausländischen Schüler an ihrem Leben teilhaben lassen. Fremdsprachenkenntnisse werden nicht erwartet, schließlich wollen die 15- bis 18-Jährigen Deutsch lernen.