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Das Oktoberfest begeisterte Chilenin- Saalezeitung Hammelburg, 30.01.2011

Gastschulaufenthalt- Chilenisches Flair verbreitete ein kultureller Nachmittag in der Jakob- Kaiser-Realschule. Die Nationalfarben Blau, Weiß und Rot des südamerikanischen Landes schmückten die Schulaula. Es gab landestypische Speisen, und zu lateinamerikanischen Tänzen durfte salsamäßig getanzt werden. Auch Schulleiter Ulrich Weiß war begeistert.

"Que aproveche", wünschten sich etwa 40 Realschüler auf Spanisch guten Appetit. Anlass für den kulturell-kulinarischen Ausflug war der Aufenthalt der chilenischen Schülerin Isidora Sinfuentes. Seit September ist sie in der Realschule zu Gast und besucht dort den Unterricht bis zu den Sommerferien."Sehr gut aufgenommen"Ohne ein Wort Deutsch sprechen zu können, war die 16-Jährige vor rund vier Monaten über die Vermittlungsorganisation "AFS Interkulturelle Begegnung" nach Hammelburg gekommen. Erstaunlich sind ihre jetzt schon relativ guten Sprachkenntnisse. "Ich fühle mich hier sehr gut aufgenommen", verriet Isidora, die bei Hammelburger Gasteltern wohnt.Am Anfang verständigte sie sich über Englisch und Gebärden. Weil Isidora aber darauf angewiesen ist, alltagsbedingt die fremde Sprache schnell zu lernen, verbesserten sich ihre Deutschkenntnisse rasch.Im Gegenzug freuten sich die deutschen Realschüler, die das Projekt-Wahlfach Spanisch belegt haben, über die Möglichkeit, mit Isidoras Hilfe ihre Fremdsprachenkenntnisse auszubauen. Begeistert war auch Spanischlehrerin Claudia Alcarcari. Zusammen mit den Schülern aus der Hauswirtschaftsgruppe von Lehrer Sebastian Schulte organisierte sie den Chile-Nachmittag. Eine Bastelgruppe fertigte die umfangreiche Tisch- und Raumdekoration an. Original chilenische Souvenirs waren ebenfalls zu bestaunen. Mittlerweile backten im Ofen der Schulküche schon leckere Empanadas. Das sind gefüllte Teigtaschen, zum Beispiel mit Rinderhack, Oliven, Eiern und Rosinen. Die werden aber nicht gekocht, sondern bei über 200 Grad gebacken. Zum Nachtisch bereiteten die Schüler der Hauswirtschaftsgruppe einen Obstsalat "Macedonia de frutas" vor. Isidora überzeugte sich gewissenhaft, dass ihre Rezepte richtig umgesetzt wurden.Von der Heimat erzählt"Wir tauschen uns über unsere Lebensweisen in den Gesprächen mit Isidora aus", erklärten die Schülerinnen Rebecca Schmitt (Klasse 8a) und Natascha Kippes (Klasse 8b). Dabei erfuhren sie von ihr, dass sie von einem Besuch des Münchner Oktoberfests zusammen mit ihren Gasteltern begeistert war.Auch über ihre südchilenische Heimat habe Isidora erzählt. Etwa über die Bergwerke daheim oder die etwas andere Art der Weihnachtsfeiern auf der Südhalbkugel der Erde. Im chilenischen Süden ist es noch kälter als der jetzige Winter in Hammelburg. Die Schneemassen im Saaletal konnten Isidora ebenfalls kaum beeindrucken. In ihrer Heimat sind sie nämlich noch bedeutend größer."Schulbetrieb vergleichbar""Die Deutschen sind viel höflicher, als es bei uns üblich ist", hat Isidora festgestellt. Und die Männer seien hier zurückhaltender als in Chile. Gar kein Thema in ihrer Heimat sei die Frage, wie lange eine 16-Jährige nachts ausgehen dürfe: "So lange man es selbst für gut hält", so die selbstbewusste Chilenin. Der Schulbetrieb in Chile sei mit dem deutschen im Wesentlichen vergleichbar. Isidora besucht daheim die 11. Klasse.Videofilm vorgeführtMit ihrem Videofilm vermittelte die Gastschülerin einen Eindruck von der chilenischen Landschaft einerseits und den modernen Großstädten andererseits. Auch der Fischfang vor der rund 4000 Kilometer langen Küste Chiles, der Weinanbau und die Stahlproduktion waren auf der Leinwand zu bestaunen.