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"Ich bestimme selbst,was ich machen will"

Schülerin beschreibt das finnische Bildungssystem

HAUSEN (kej) Seit September 2009 wohnt die 17-jährige finnische Austauschschülerin Anna Silen in Hausen bei einer Gastfamilie und besucht das Siebold-Gymnasium in Würzburg. Zu Hause ist sie in Heinola bei Lahti, wo sie gemeinsam mit Bruder, Stiefschwester,der Mutter, einer Lehrerin, und holländischem Stiefvater lebt und das sprachliche Gymnasium Heinola lukio besucht. Auf Einladung der Arnsteiner Stadträtin Heidi Henning kam sie nach Arnstein, um in kleiner Runde über das finnische Schulsystem zu berichten. Drängendste  Frage der zehn Diskussionsteilnehmer war die nach dem Grund es Erfolgs der Finnen bei der internationalen PISAStudie, bei der Deutschland nur einen mittleren Platz belegte. Vieles sei anders in Finnland, berichtete Anna. Stundenpläne (ab der 7. Klasse fünf verschiedene pro Schuljahr), Fahrtzeiten (bis sechs Kilometer Entfernung zur Schule fährt kein, Mitbestimmungsrechte der Schüler und Lehrer bei Entscheidungen des Kultusministeriums, die Lehrerausbildung, die Einstellung zum Lernen" und die Grundbedingungen wie eine warme Mahlzeit pro Schüler und Tag, die der Staat finanziert, sind teilweise im krassen Gegensatz zu Deutschland angelegt. Die Grundschule geht bis zur neunten Klasse. Während dieser Zeit sind alle Materialien kostenlos. Die Lehrer beantworten jede Zwischenfrage, sind bei Bedarf zu zweit in einer Klasse und haben ein gutes Ansehen in der Gesellschaft. Stundenausfall gebe es nicht. Eltern müssen nicht mit ihren Kindern lernen. Das ist auch für Anna das Wichtigste: die Selbstständigkeit. Sie bestimmt, wie viele und welche Fächer sie belegen will und wie schnell sie lernen und wie viele Prüfungen sie ablegen will. Pflicht sind lediglich vier Fächer. Die Lehrer und Eltern haben darauf keinen Einfluss. "Da muss ich selbst bestimmen, was ich machen will." Die Motivation bei Schülern und Lehrern sei in Finnland "extrem hoch". Die deutschen Zuhörer staunten über manche Aussagen der jungen Finnin nicht schlecht. Wenn am 1O.]uli die anderen acht finnischen Austauschschüler heim fliegen, Wird Anna noch hierbleiben. Denn sie wird noch mit ihrer deutschen Klasse (Qll) die Abschlussfahrt machen: nach Neapel. Nach ihrem Abitur möchte sie in den USA Tierärztin werden. Sie liebt Pferde und Hockey. Als Pferdepflegerin und Hundetrainerin jobbte sie schon in den Ferien, die in Finnland im Sommer zehn Wochen dauern.