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Luke Chadwick aus den USA

Mein Gastbruder, Nikola, und ich
Einige meiner Freunden von der Schule
Ich mit meinen Freunden Lukas, Saskia und Daniel
Meine Gastschwester, Milena, und ich beim Weinfest
Meine Gastmutter, Dagmar, und ich in Berlin
Mein Gastvater, Roland, und ich

            Mein Austauschjahr in Deutschland war auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis. Für mein Jahr wurde ich in der Stadt Haßfurt bei der Gastfamilie Menna platziert, und dort genoss ich wirklich meine Zeit. In meinem Jahr lernte ich viel, vor allem viel von dem deutschen Sprache, und ich erlebte auch viel. Natürlich entwickelte sich auch in mir eine besondere Warmherzigkeit für die fränkische Region und Kultur. Hier habe ich jetzt eine neue Familie und Heimat, und ich werde in Amerika ganz viel von Deutschland vermissen.

            Ich war definitiv ein Sonderfall unter den anderen Austauschschülern, wenn es um die Schule geht, denn ich brauchte wirklich jeden Kurs, den ich hier machte. Meine Zeit wurde hier größtenteils bei der Schule beziehungsweise beim lernen &c. verbracht, und ich musste eigentlich schon alles machen, was bei mir an der Schule zu machen war. Ich fand eher, dass die andere Austauschschüler möglichst wenig für die Schule gemacht haben und, dass sie eher auch weniger Kurse hatten, weil sie hauptsächlich entweder gar keine oder bloß ein Paar Kurse hier brauchten. Allerdings wurde ich auch dementsprechend in der 11. Klasse, die Oberstufe des bayrischen Gymnasiums, platziert; dahingegen wurden fast alle andere PPPler in der 10. platziert. Für mich war die Schule auch ziemlich schwierig, weil das Stoff mir alles neu war, und weil das deutsche Systen wesentlich schwieriger ist als das in Amerika. Trotz, dass ich sehr gut in der Schule in Amerika bin, hatte ich schon Schwierigkeiten hier, gute Noten zu bekommen. Das lag natürlich auch zum Teil an der Sprache, aber mein Hauptziel für das Jahr war eben Deutsch zu lernen. Mittlerweile sagen mir jetzt ganz oft Leute, dass ich gar kein Akzent habe; ich werde sogar als Muttersprachler verwechselt. Ich beherrschte auf jeden Fall die deutsche Sprache in meinem Jahr, und ich freue mich wirklich nun, dass ich das, und auch die Schule, in diesem Jahr schaffte.
             An dem ersten Schultag hatte ich ganz eindeutig viel Glück gehabt, denn ich lernte eigentlich dann schon die von meiner Klasse kennen, die fast jeden Kurs zusammen mit mir hatten. Trotzdessen, fand ich es eigentlich etwas schwierig, gute Beziehungen zu denen aufbauen zu können, denn sie waren schon ein sehr enger Freundeskreis, und als Fremder, kam ich nicht einfach da rein. Allerdings war ich von denen ziemlich enttäuscht; gemeinsam unternahmen wir ziemlich wenig miteinander, außer einfach in die Disko zu gehen. Ich erwartete schon, dass ich richtige enge Freundschaften hier aufbauen würde, aber ich denke eher jetzt, dass höchstens ein Paar von denen Kontakt mit mir aushalten werden. 

Nichtsdestoweniger finde ich es wichtiger, dass ich ein wunderbares Verhältnis zu meiner Gastfamilie habe. Ich machte sehr viel mit der Familie und die war mir in diesem Jahr ganz wichtig und hilfreich. Sie zeigten mir echt viel von Deutschland, und gaben mir die Gelegenheit, die Kultur kennenlernen zu können. Etwas das ich nie vergessen werde ist der Ausflug nach Berlin, den ich mit meiner Gastmutter über die Osternferien machte. Das Wetter war absolut brutal--es  hat dort noch geschneit, und es war schrecklich kalt--aber wir hatten trotzdem echt viel Spaß. Ich sah ziemlich viel von der Stadt, obwohl ein Paar Tage für ganz Berlin nicht wirklich reichten, und es war wirklich eine lustige Reise. Ich genoss aber auch die Zeit, wann wir alle einfach zusammen waren: Geburtstage, Feiertage, oder andere Familieausflüge.  Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich willkommen bin, jederzeit auf Besuch zu kommen und, dass ich quasi jetzt eine neue zweite Familie habe.

            Obwohl die meiste Unterschiede zwischen Deutschland und den USA ziemlich klein und unauffällig sind, finde ich, dass beide Länder wirklich zwei verschiedene Welten sind. Der größte Unterschied nach meiner Meinung ist die Rolle, die Religion in den zwei Ländern spielt. In Amerika, gewöhnt man sich an einem ständigen Konflikt zwischen den verschiedenen Religionen, wobei christliche Traditionen und Ansichten bevorzugt werden. Hier finde ich Religion überhaupt nicht problematisch zu sein, trotz, dass die Deutschen öfters bestimmte christliche Traditionen ausüben, und eher religiöser als die Amerikaner ausschauen, vor allem in Bayern, wo sogar Kreuze in den Klassenzimmern hängen. Die Deutschen verbünden sich schon mit ihrem christlichen Wurzeln, aber sonst spielt es fast keine Rolle in dem Alltag--Entscheidungen werden nicht durch biblische Ansichten getroffen. Die Deutschen sind eher viel liberaler als die Amerikaner, und ihre Weltanschauungen und Vorbilder gefallen mir mehr als die in Amerika; die liberale Gesellschaft der Deutschen werde ich schon vermissen. In Deutschland finde ich es auch recht einfach irgendwo hinzufahren, vor allem wegen der Bahn, ein Verkehrsmittel, das wirklich nur in Sonderfällen in Amerika gefahren wird. Man fährt in Amerika besonder viel Auto, und wenn man ohne Führerschein ist, kann man fast gar nichts machen; wohingegen ist alles in Deutschland sehr erreichbar, egal wie alt man ist. Diese Erreichbarkeit zu allem, und ebenfalls auch die Freizeit, die man hier bekommt, um wirklich alles zu machen, werde ich auch in Amerika vermissen, 
             Auf jeden Fall freue ich mich, dass ich dieses Austauschjahr machte--die Sachen, die ich hier erlebte und lernte, hätte ich niemals woanders erleben können, und ich freue mich auch über alles was ich hier leistete. Ein Jahr war definitiv viel Zeit, und obwohl ich Amerika auch vermisse, ich entwickelte mich sehr viel in diesem Jahr, und fühle mich hier auch zuhause. Ich finde es wichtig, dass ich durch dieses Jahr eine andere Sprache lernte, und wirklich ein Bürger der Welt ward durch meine internationale Erlebnisse. Ich jedenfalls änderte meine Weltanschauungen nach diesem Jahr, und ich hoffe einfach, dass ich möglichst oft im Zukunft Deutschland besuchen kann.