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Raleigh/North Carolina, USA

Hier habe ich das letzte Jahr verbracht. Unglaublich schnell ging diese Zeit vorüber. Kurz vor meiner Heimkehr fühlte es sich immer noch an wie letzte Woche, als ich aus dem Flughafen in die Sommerhitze von North Carolina getreten bin.

Und da haben wir es schon: Punkt eins den ich vermissen werde: die Sonne. Raleigh liegt in drei Klimazonen, das heißt es gibt sowohl sehr warme Sommer, aber genauso Schnee im Winter. Hier sind die schönsten Strände und beeindruckende Berge zu finden. Gemeinsam mit meiner Gastfamilie habe ich viele dieser Dinge besuchen können. Das machte Raleigh für mich persönlich schon zu einem besonderen Ort, um mein Austauschjahr zu verbringen. In Myrtle- und Holden Beach (aber auch an vielen verschiedenen Seen) habe ich eine großartige Sommerzeit mit Surfen, Wakeboarding, Tubing und Entspannen auf dem Boot meiner Familie verbracht.

In diesen ersten Wochen und Monaten meiner Zeit hier war ich jedes Wochenende unterwegs, ich habe die gesamte Familie kennengelernt und viele neue Orte gesehen. Anders als vorher hatte ich plötzlich zwei Brüder, mit denen ich jeden Tag zusammen in die Schule gegangen bin. Diese Erfahrung (immer jemanden um mich herum zu haben, mit dem man reden und Spaß haben kann) war neu, aber auch interessant für mich als Einzelkind. Und tatsächlich haben wir es das ganze Jahr geschafft, ohne größere Auseinandersetzungen gut miteinander auszukommen. Darauf bin ich ganz besonders stolz!

Meine Gastfamilie spielte die größte Rolle bei meinen Erfahrungen. Meine American Mum hat mir in vielen politischen Gesprächen neue Sichtweisen verschafft, mit meinem American Dad habe ich viel über Lebensplanung und Zukunftsperspektiven philosophiert. Diese vier Personen haben die Basis für meinen erfolgreichen Austausch in USA gelegt.

Aber natürlich habe ich nicht jede Sekunde einfach nur zuhause und bei meiner Gastfamilie verbracht. Ich wurde oft gefragt, warum ich in die USA wollte, nicht irgendwo nach Europa oder sogar Asien. Was Amerika für mich so besonders macht, ist der Spirit. Highschool Spirit, Patriotism, was auch immer. Aber das ständige Gefühl der Zusammengehörigkeit, die Euphorie und der Stolz auf die eigenen Teams, die Schul-Shirts, die jeder täglich trägt. Das ist etwas, was Amerika von anderen Ländern unterscheidet, das ist das was Amerika ausmacht.

Und da wurde ich nicht enttäuscht. Meine Schule: Leesville, Home of the Pride. Sagt schon alles. Besonders wenn man das erste Mal Spirit Wear kauft, fühlt man sich als Teil des großen Ganzen. Ich war bei so vielen Football-, Lacrosse und Fußballspielen wie nur irgend möglich. Und jedes Mal war ein ganzer Fanblock aus Schülern anwesend. Das war genau das, was ich mir vorgestellt hatte - und irgendwie wurde der Traum Realität.

Großen Anteil daran hatte natürlich mein Team. In der Herbst-Saison war ich Teil des Cross Country Teams, im Winter des Indoor Track Teams und im Frühling dann Outdoor Track. Ich hätte genauso gut Golf oder Lacrosse spielen können, aber im Endeffekt ging es mir um das Gefühl, zum Team dazuzugehören. Zusammen haben wir es bis zu Regionals und States geschafft, und diese Gruppe, der übrigens viele meiner besten Freunde angehören, hat mein Jahr um einiges besser gemacht. Ich war natürlich nicht nur sportlich aktiv.

Außerdem war ich im Model United Nations Club, in der National Latin Honors Society, dem Environmental Club und der Theater-Besetzung. Teil so vieler Gruppen zu werden hat mir persönlich unglaublich geholfen, ganz einfach weil ich immer etwas zu tun hatte und viele Freunde gewonnen habe. Mein Tipp: auch wenn man drei Essays schreiben muss, um überhaupt aufgenommen zu werden – als Exchange Student Teil vieler Organisationen zu werden, ist es immer wert!

So habe ich also mein Jahr verbracht: jeden Tag Schule von 7.25 a.m. bis 2.18 p.m., anschließend Track-Training bis 5 p.m. Nach dem Duschen war Entspannen mit der Familie angesagt. Ein perfekter Tagesablauf - langweilig wurde mir nie.

Und nachdem viele meiner besten Freunde im Track & Field Team waren haben wir auch die Wochenenden oft zusammen verbracht. Wir haben Videospiele gespielt, Samstags Ultimate Frisbee, sind zu Seen und Pools gefahren und haben im Prinzip jede Minute der Wochenenden genutzt. Etwas anders war es im Winter, weil es einfach viel zu kalt war, um den ganzen Tag draußen zu verbringen. Stattdessen bin ich mit meiner Familie in den Skiurlaub nach Lake Tahoe/Utah geflogen, wo wir Weihnachten verbracht haben. Bei wundervoller Landschaft mit herrlichem Blick auf den See haben wir jeden Tag neue Pisten kennengelernt.

Lake Tahoe war tatsächlich nicht die einzige Reise, die ich während meiner Zeit in North Carolina unternommen habe. Außerdem hatte ich Gelegenheit, Washington D.C., New York City oder auch den Golfplatz Pinehurst zu sehen, genauso wie Myrtle Beach. Worüber ich unbedingt berichten möchte ist ein anderer wichtiger Teil in meinem Leben: ich habe eine Zöliakie, was bedeutet, dass ich keine glutenhaltigen Lebensmittel essen/trinken kann (also kein Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Dinkel). Das hier ist meine Message mal an alle Zölis: geht in die USA! Ein Paradies! Viele Produkte sind in allen Supermärkten gekennzeichnet, es gibt extra Scan Apps, mit denen man alles völlig problemlos prüfen kann.

In diesem Austauschjahr hatte ich vielfältige interkulturelle Begegnungen und habe unendlich viele positive Erfahrungen gemacht. Ich habe eine neue Weltsicht entwickelt, auf globale Angelegenheiten genauso wie auf nationale in Deutschland oder in Amerika. Es hat mich auf meinem Lebensweg sehr beeinflusst und es sind Verbindungen und tiefe Freundschaften entstanden, die mich mein Leben lang begleiten werden.

Noch immer bin ich verwundert, wie schnell es mir gelungen ist, in die amerikanische Kultur einzutauchen und mich an das Leben eines amerikanischen Teenager zu gewöhnen. Ich bin stolz darauf, dass ich rasch Kontakte knüpfen konnte und diese während des Jahr vertiefen konnte. AFS und meine Gastfamilie haben einen unglaublich großen Beitrag geleistet, einen meiner Träume wahr werden lassen!