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Jahresbericht von Santiago aus Kolumbien

Lagebericht von Santiago Torres Garcia
Winteranreise aus Kolumbien, einquartiert bei Familie Menna in Haßfurt
 
1. Monat:
Als ich nach Deutschland kam, dachte ich: Oh mein Gott! Was mache ich hier?
Meine Heimat ist 18 Flugstunden entfernt. Ich kann nicht mehr zurück, ich muss ein Jahr hier bleiben!
Es war schwer für mich, mich von den anderen Schülern aus Kolumbien zu trennen. Ich fuhr von Frankfurt a. M. nach Würzburg zu meiner neuen Familie.
Mir war zum Heulen, aber ich habe sie angelächelt.
 
Ich versuche zu überleben!!!

2. Monat:
Es ist wichtig mit Körper und Geist hier zu sein, denn wenn ich es nicht bin, kann ich Probleme bekommen Deutsch zu lernen und Heimweh bekommen.


3. Monat:
Ich denke, dass ich oft Fehler mache, aber daraus lerne ich.
Ein anderer wichtiger Punkt aus meinen Erfahrungen ist die Schule. Ich bleibe ein Jahr hier und muss ein Jahr in die Schule geheh. Es ist wichtig, neue Freunde zu finden. Die Schüler hier sind ganz anders als in Kolumbien. Aber ich versuche es und ich bin mir sicher, gute neue Freundschaften zu knüpfen.
In der Schule verstehe ich noch nichts und manchmal ist es langweilig, aber ich versuche mch im Unterricht zu konzentrieren und ich lerne jeden Tag neue Dinge und ich werde immer mehr dazu lernen.
Ich habe das Glück, in einer sehr netten und guten Familie zu sein. Sie lernt mir sehr viel. Sie bringen mich zu vielen Plätzen; und das wichtigste ist, sie lieben mich!

4. Monat:
Jetzt geht es mir gut. Ich liebe meine Familie und in der Schule geht es besser.


5. Monat:
Es ist schwer für mich, in einer Familie mit Geschwistern zu leben, da ich in Kolumbien ein Einzelkind bin.
Meine beiden Familien sind sehr unterschiedlich. Als hier ankam, musste ich lernen mit neuen Leuten und Dingen umzugehen.
 
In meiner neuen Schule war ich Einer unter Vielen. Jetzt verstehe ich meine Mitschüler und Lehrer und kann am Unterricht teilnehmen.
Es gibt keine so grossen Unterschiede mehr zu meiner Schule zu Hause.
Ich habe sehr viele neue Freunde, sowohl in meiner Schule und auch von AFS gefunden. Da ich so gute Freunde habe, vermisse ich meine alten Freunde in der Heimat nicht so sehr.
Ausserdem habe ich Verbindung über das Internet mit ihnen.
Ich gehe regelmässig zu den Treffen und Camp´s von AFS. Ich bearbeite auch die "Abenteuer Deutschland" CD.
 
Die grössten Unterschiede zu meinem Land: Wir sprechen nicht über unsere Gefühle. In Europa sprechen alle darüber, darum brauchen sie auch keinen Psychiater. Und die Deutschen sind ein Volk von Heimwerkern!
 
In meiner Freizeit gehe ich mit meinen Freunden fort. Wir feiern, gehen Kaffee trinken und Eis essen. Achja, mein neues Hobby ist Parties feiern.

6. Monat:
Toller Monat, bester Monat. Ich habe meinen 18. Geburtstag mit meiner Familie und Freunden gefeiert. Als Geschenk bekam ich einen Nachmittag auf der Go-Kart-Bahn.

7. Monat:
Mauricio, Carlos und ich haben, mit ganz vielen AFS´lern und Freunden, meinen und Mauricio´s Geburtstag und Carlo´s Abschied in einem alten Forsthaus im Wald gefeiert. Die Party war geil, die Vorbereitungen und das Aufräumen haben ganz schön Arbeit gemacht!

8. und 9. Monat:
Sommerferien!!!
Ich habe ganz viel Spass gehabt, denn ich war in Spanien bei meiner Tante in Urlaub. Sonne, Party und Einkaufen, alles toll!
 
Danach habe ich mein "Midstay" gemacht und das war total geil! Ich habe viel und viele Leute kennen gelernt und richtig viel Spass in Osnabrück gehabt. Aber ein Ding war schlecht: Meine Midstay Familie!!
Zum Glück habe ich meine sehr tolle Familie in Haßfurt.
Es kann halt nicht alles gut sein........

10. Monat:
Oktober war so normal. Ich habe alles, was ich sonst auch tue, gemacht; in die Schule gegangen, daheim "überlebt" und mit meinen Freunden Spass gemacht. Und ja, ich habe auch die neuen Sommeranreise Austauschschüler kennen gelernt. Es war toll, weil wir geredet haben und ich habe ihnen erklärt, wie das hier so läuft!

11. Monat:
Jetzt kommt wieder der Winter. Es ist alles kalt und so früh dunkel. Aber man kann damit leben!
Ich habe schon mein "end of stay" Camp gemacht und es war schön und trotzdem auch traurig, weil es viele Leute gibt, die ich nicht mehr sehen werde.
 
Ich denke oft daran, wie mein letzter Tag hier sein wird. Das ist schwer für mich, weil ich nach Kolumbien will, gleichzeitig will ich aber meine Familie und Freunde nicht verlassen!

12. Monat:
Wenn ich wieder Zuhause bin und ein neuer Austauschschüler mich fragt, was meine Erfahrungen sind, kann ich sagen:
Mein Leben war freier als in Kolumbien und ich bin erwachsener geworden.
Ich habe selbst Entscheidungen getroffen.
Darauf kann ich stolz sein!!!!