Sichuan

16.06.2011

Vor Kurzem habe ich mir einen Wunsch erfüllt, den ich schon seit meinem letzten Chinaaufenthalt gehegt habe: eine Reise nach Sichuan.

Damals konnte ich ihn mir wegen des schweren Erdbebens im Mai 2008 nicht erfüllen. Nun endlich war es soweit – und es war traumhaft! Diese Provinz ist größer als Deutschland und hat viele sehenswerte Orte zu bieten. Ich fuhr in den Westteil, der an Tibet grenzt, und in dem die höchsten Berge der Provinz zu finden sind. Dort leben nur wenige Menschen, meist Tibeter, die uns immer sehr herzlich bei sich aufgenommen haben.
 
  Im Durchschnitt bewegten wir uns auf einer Höhe von 3000 bis 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Ein unvergessliches Erlebnis war die Besteigung eines 5276 Meter hohen Berges. Gemeinsam mit mir begannen fünf weitere Reisende, drei Führer und vier Lastpferde den Aufstieg. Am ersten Tag liefen wir von 9 Uhr morgens bis 17 Uhr zum Basislager. Wegen der Höhenlage durften wir nicht zu schnell gehen, um uns langsam an die Höhe zu gewöhnen. Im Lager angekommen, bauten wir die Zelte auf und aßen zu Abend. Nun merkte ich auch, dass mein Körper mit der Höhe zu kämpfen hatte: starke Kopfschmerzen und Übelkeit waren die Folge. Doch im Vergleich zu den anderen ging es mir gut: Zwei meiner Mitreisenden mussten sich übergeben und konnten am nächsten Tag nicht mit zum Gipfel laufen.
 
  Am nächsten Morgen standen wir um 3 Uhr auf liefen los. Ich habe noch nie einen so schönen Sternenhimmel gesehen. Um 9 Uhr kamen wir nach dem Zurücklegen von etwa 1000 Höhenmetern am Gipfel an. Das Gehen war schwer, denn die Strecke war schneebedeckt und teilweise so steil, dass ein Seil nötig war. Dazu kam, dass in dieser Höhe das Atmen extrem schwer fällt. Nachdem wir auf dem Gipfel unseren Erfolg gefeiert und Fotos von dem herrlichen Ausblick gemacht hatten, machten wir uns an den Abstieg. Dank des Schnees war es uns über weite Strecken möglich, einfach auf dem Hintern hinunterzurutschen. Vom Basislager aus liefen wir dann noch sechs Stunden, bis wir am Abend im Dorf ankamen. Von unten betrachteten wir dann stolz den Gipfel in der Ferne, den wir bestiegen hatten!