Sie sind hier: AFS-Komitee Würzburg > Das Komitee > Zeitungsberichte > ...unserer Gastfamilien > Töchter auf Zeit: Antonia und Thiothong > 

Töchter auf Zeit: Antonia und Thiothong

Christstollen und Butterplätzchen: Die Leckereien der Weihnachtszeit sind für die 17-jährige Thiothong aus Thailand (rechts) das Schönste. Zusammen mit Antonia aus Chile (Zweite von rechts) ist sie bei Ruth Severa (Zweite von links) und Tochter Franziska (links) in Markt Einersheim zu Gast.

Mainpost, 21.12.2012 MARKT EINERSHEIM
 

Für die Austauschschülerinnen Thiothong Siri Musika aus Thailand und Antonia Franzica Hanisch Gonzales aus Chile ist es eine aufregende Zeit. Viele neue Eindrücke, fremde Gesichter, eine andere Sprache und die Gewissheit: Die eigene Heimat ist mehrere tausend Kilometer entfernt.

Bei Familie Severa aus Markt Einersheim haben die beiden ihr neues Zuhause auf Zeit gefunden. Die Familie hat sich einiges einfallen lassen. Kino, Bowling, Schwimmbad, ein Besuch auf dem Nürnberger Christkindlmarkt standen die letzten zwei Wochen auf dem Programm. Gerade aber das alltägliche Familienleben sollen die beiden kennenlernen.

"Hauptsächlich sollen sie den normalen Alltag in Deutschland erleben", sagt Gastmutter Ruth Severa. Zu diesem ganz normalen Familienalltag gehören Rechte und Pflichten, die alle Familienmitglieder haben. So heißt es auch für die Austauschschülerinnen Spülmaschine ausräumen oder Zimmer saugen.

"Hauptsächlich sollen sie den normalen Alltag in Deutschland erleben."

Gastmutter Ruth Severa über ihre Austauschschülerinnen

Seit knapp zwei Wochen sind die "Töchter auf Zeit" in Markt Einersheim. Antonia kam direkt aus Chile zu den Severas. Thiothong ist schon seit drei Monaten in Deutschland. Vorher war sie bei einer Familie in Nordheim vor der Rhön. Die Gastmutter dort ist krank geworden und so sprang Ruth Severa als "Notmutter" ein. Thiothong bleibt so lange bei den Severas, bis eine andere Gastfamilie gefunden wird.

Die 17-jährige aus Pattani in Thailand, die von ihrer Gastmutter liebevoll Thio genannt wird, ist besonders begeistert von der Natur, den Einkaufsmöglichkeiten und dem "Style" der Leute. Mit ihrer ersten Gastfamilie war sie schon auf dem Oktoberfest in München, wo sie an einem Bier genippt hat - auch das hat ihr geschmeckt.

Nicht nur kulturtechnisch musste sich Thio erst einmal umstellen - eine komplett neue Garderobe musste her. Schnee gibt es in Thailand nicht. Ein Stückchen Thailand bringt sie auch mit nach Deutschland und verwöhnt ihre Gastfamilie mit einer echten thailändischen "Tom Yum" Suppe.

Das bevorstehende Weihnachtsfest ist für die 17-jährige eine neue Erfahrung, denn sie ist Buddhistin. Sie freut sich sehr darauf - obwohl sie noch nicht so recht weiß, was sie erwartet. "Christbäume gibt es in Thailand aber auch", erzählt sie. Ein paar Annehmlichkeiten der Weihnachtszeit hat Thio jetzt schon kennen- und lieben gelernt. Christstollen, Butterplätzchen und Schokolade sind ganz nach ihrem Geschmack. Ganz nach ihrem Glauben ist Thio ein bescheidener Mensch.

Ihre Gastkollegin Antonia aus Chile hat deutsche Vorfahren und besucht in Südamerika eine deutsche Schule. Die Sprachbarriere zwischen ihr und der Gastfamilie ist nicht all zu groß. Deutschland hat sie mit seiner Infrastruktur, den Schlössern und Türmen in seinen Bann gezogen. Vieles ist in Chile anders: Das fängt schon bei der Architektur der Häuser an – die meisten haben dort gar keine Keller und so kalt, wie in Deutschland ist es dort auch nicht. In dem gut 15 bis 18 Flugstunden entfernten Land ist jetzt gerade Sommer und Antonia hat Sommerferien, die sie für den Austausch nutzt.

Der Schüleraustausch wird vom Deutsch-chilenischen Bund organisiert und zielt darauf ab, chilenischen und deutschen Mädchen und Jungen einen Aufenthalt im jeweils anderen Land zu ermöglichen. Im Sinne dieses Austauschs geht Franziska Severa in ihren Sommerferien auch nach Chile um ein paar Wochen bei den Hanisch Gonzales zu wohnen. Sie feiert dort auch ihren 15. Geburtstag.

Antonia und Thiothong sind Gastkinder Nummer fünf und sechs bei Familie Severa. Für Gastmutter Ruth ist es jedes Mal eine spannende Angelegenheit.

Der interkulturelle Austausch bei Familie Severa funktioniert und ist durch Antonia und Thiothong noch stärker geworden. Die Chilenin ist bis Mitte Februar bei den Severas. Thiothong bleibt noch bis Juli in Deutschland.

Wer Thiothong einen Platz in seiner Familie anbieten will, kann sich bei dem Regionalbüro Süd des Gastfamilien-Programmes der AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. unter Tel.            (07 11) 80 60 76 90       melden. Informationen zum interkulturellen Austausch gibt es auch im Internet auf www.afs.de/Gastfamilien.