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Bericht eines Hopees über seine bisherige AFS-Zeit - Florian Sauer

Hallo, ich heiße Florian Sauer, komme aus Schwanfeld und bin 16 Jahre alt. Im Moment besuche ich die Realschule und werde diese heuer abschließen.

Meine Familie hatte im Jahr 2006/07 einen 16jährigen Schüler aus Frankreich für ein Jahr zu Gast. Im gleichen Alter werde ich nun ab dem kommenden August auch für ein Jahr als Gastschüler in die Vereinigten Staaten fliegen.

Wie ich darauf gekommen bin und warum ich das mache möchte ich nun berichten.

Als wir, meine Familie und ich, uns dazu entschieden einen Gastschüler aufzunehmen, wusste ich zunächst gar nicht, was dabei auf mich zu kommen würde. Über eine befreundete Familie erhielten wir Infos zu der Schüleraustauschorganisation AFS. Von dort erhielten wir mehrere Bewerbungsunterlagen von Jugendlichen, die gerne einmal selbst ins Ausland gehen würden. Wir entschieden uns dann für einen 16jährigen Franzosen.

Mich faszinierte, dass Jean, unser Gastschüler, im Laufe des Jahres immer besser Deutsch verstehen und sprechen konnte und vor allem wie schnell dieser Erfolg eintreten kann. In diesem Jahr war Jean wie ein großer Bruder für mich.

Mit ihm war zur gleichen Zeit ein weiterer Austauschschüler in Schwanfeld, Eduardo aus Chile. Eduardo wurde schnell zu Jeans besten Freund. Sie fanden überall sehr schnell Anschluss, sei es im Jugendtreff, in der Schule oder einfach in meiner Ortschaft. Jean ging an das Alexander-von-Humbold Gymnasium nach Schweinfurt in die 11. Klasse.

Ich hatte sehr viel Spaß mit ihm, wir verstanden uns so gut, dass ich ihn dann ein Jahr später für eine Woche besuchte. Da ich zuvor noch nie in Frankreich war, machten wir zuerst zwei Tage Paris unsicher, danach erst fuhren wir zu seiner Familie nach Troyes, ca. 100 km östlich von Paris.

Da die Strecke von Schwanfeld nach Troyes nicht all zu weit ist, kommt Jean immer wieder einmal zu uns nach Deutschland, zuletzt besuchte er uns an Weihnachten 2008.

Durch den Aufenthalt unseres Gastschülers war ich überzeugt wie sinnvoll ein solches Austauschjahr ist. Ich holte mir nun selbst Informationen über die Organisation AFS (American Field Service) und entschied schließlich, mich ebenfalls für ein solches Auslandsjahr zu bewerben.

AFS ist eine Organisation, die es Jugendlichen ermöglicht ein anderes Land und ihre Kultur kennen zu lernen und dort die Sprache zu lernen. AFS besteht zum größten Teil aus freiwilligen Helfern.

Was passierte nun seit meiner Bewerbung beim AFS?

Ich wurde zu einem so genannten Auswahlwochenende eingeladen. Insgesamt waren wir ca. 30 Schüler. Es war einfach toll mit Gleichaltrigen zusammen zu sein, die ähnliche Interessen hatten.

Nach ca. einer Woche bekam ich dann Bescheid, dass ich für das Auslandsjahr vorgeschlagen bin.

Jetzt musste ich sehr umfangreiche Bewerbungsunterlagen ausfüllen, denen ich sowohl eine schulische als auch eine ärztliche Stellungnahmen beilegen musste. Natürlich ist das Organisatorische sehr zeitaufwändig, aber ich finde es ist die Sache wert! Als die umfassende Bewerbung endlich fertig war, stellte ich noch den Antrag auf ein Stipendium. Nach ungefähr einer Woche bekam ich dann ein Schreiben, in dem stand, dass ich im August 2009 in die USA fliegen werde.

Veranstaltungen wie z.B. Weihnachtsfeier oder Themenabende gehören bei AFS einfach dazu. Bei solchen Veranstaltungen trifft man dann die anderen sogenannten Hopees (das sind die, die wissen dass sie ein Jahr im Ausland verbringen werden). Man unterhält sich über das, was vor einem steht und welche Erwartungen man an sein Auslandsjahr hat.

Natürlich ist es schade, seine Freunde hier in Deutschland für ein Jahr nicht zu sehen, aber wenn man nicht aus seinem Alltag herausgeht, erlebt man auch nichts Neues und kann keine neuen Erfahrungen sammeln. Es ist auf jeden Fall schwer die Freunde zurück zu lassen aber man muss immer daran denken, dass man sie in einem Jahr wieder sehen wird. Je länger man daran denkt, wie schwierig es doch sein wird ohne einen zu kennen irgendwohin zu fahren und dort dann ein knappes Jahr zu verbringen, desto schwieriger wird es abzureisen. Ich versuche jetzt im Moment nicht daran zu denken wie alles wohl sein wird und habe meine Erwartungen nicht zu hoch gehängt, damit man nicht zu sehr enttäuscht ist, wenn bei der neuen Gastfamilie etwas nicht so optimal läuft.

Ich möchte in meinem Austauschjahr möglichst viel Kultur des Landes kennen zu lernen. Ich finde das genauso wichtig wie eine andere Sprache zu sprechen, neue Freunde kennen zu lernen und seinen eigenen Horizont zu erweitern.

So, das soll´s für´s erste mal gewesen sein. Ich würde gerne meine Gedanken und Erlebnisse in einer kleinen Zeitungsserie niederschreiben - Lesestoff wird´s sicherlich genug geben!

 

Florian Sauer